Jetzt reden wir mal Kaffee

Wenn ein schlechter Kaffee fünf Franken kostet, hört der Spass auf!

Das ist eine Aussage, die mich zu diesem Artikel inspirierte…

Als ich mich 2004 entschloss, eine kleine Barista-Kaffeemaschine für zuhause zu kaufen, weil ich Kapselkaffee seit dem Anfang einfach scheusslich fand, glaubte mir keiner, dass ich zuhause jetzt den besten Kaffee trank und die Tasse mich damals Fr. 1.50 kostete – mit allen Kosten eingerechnet (Kaffeebohnen, Abschreibung und Unterhalt Kaffeemaschine, Wasser, Geschirr etc.). Die Leute lachten mich aus. Denn SO günstiger Kaffee kann ja nicht gut sein! Egal, ich genoss meinen besten Kaffee zuhause. Das ist bis heute so geblieben. 

Qualitätsdenken ist wirklich herausfordernd. Warum die Leute glauben, dass ein Kaffee, der pro Tasse Fr. 5.00 und mehr kostet, automatisch gut sein soll, darüber lohnt es sich wirklich, einmal nachzudenken. 

Was hat sich seither geändert? Nespresso hat es über die Jahre geschafft, was ich damals mit meiner Aussage nicht schaffte. Dass ein frisch gerösteter Kaffee, von dem du weisst, woher er stammt, wie er geröstet wird, wie der Kaffeebauer arbeitet, etwas sehr Wertvolles ist und dir entsprechenden Genuss bietet. Und – natürlich hat er seinen Preis. Aber das sind keine fünf Franken. 

Die ganze Kaffee – Geschichte

Angefangen hatte es mit meinen Verdauungsproblemen. Ich habe in Über mich geschrieben, dass ich in einem einfachen Selbstversuch herausfand, dass ich Milch nicht vertrug.  

Dieser einfache Versuch bestand darin, dass ich meinen morgendlichen Milchkaffee in die beiden Lebensmittel Milch UND Kaffee trennte. Ich trank an diesem Morgen nur Kaffee – ohne Milch – und liess Milch auch den restlichen Tag weg. Ich hatte schon am ersten Tag meine Antwort. An diesem Tag hatte ich keine Probleme mit  meinem Verdauungssystem. Weder Ernährungsberater noch Ärzte, noch irgendwelche medizinischen Testleute kamen auf diese simple Antwort. Und die Durchsage war klar! Und indem ich fortan Milch und Milchprodukte immer mehr aus meinem Speiseplan wegliess (und nichts anderes), ging es mir besser und besser.

Von zuhause war ich gewohnt, dass Milchkaffee getrunken wird. Niemals nur Kaffee. Es wurde Milchkaffee getrunken und das führte ich so weiter. Bis ich als junge Frau für einige Monate in einen Sprachkurs nach Spanien reiste. Dort lernte ich den „café solo“ kennen. Der mir während der ganzen Zeit keine negativen Auswirkungen bescherte auch wenn ich ihn abends trank. 

Der kleine Schwarze gehört zur spanischen Lebensart. Aromatischer Kaffee krönt in Spanien jede Mahlzeit, nicht nur zum Frühstück. Allein der Duft ist verführerisch. Spanischer Kaffee ist anders geröstet als bei uns und verleiht dem Aufguss seinen kräftigen vollmundigen Geschmack. Klein, stark und tiefschwarz kommt der Café solo daher – gleich einem Espresso. Der Café americano entspricht dem Filtercafé und der Carajillo – ist der Espresso mit einem Schuss Spanischem Brandy. Natürlich wird heute auch dort gemixt, was das Zeug hält: Mit Milch, Zucker und gerne auch mit Bränden und Likören in jeglichen Variationen. Doch das entsprach für mich auch damals schon, nicht der spanischen Lebenskultur. 

Zurück zuhause verfiel ich wieder der alten Gewohnheit, morgens meinen Milchkaffee zu trinken. Ich hatte das Gefühl, ihn zu brauchen. Doch damit hatte es sich. Wie in Spanien, genoss ich während des Tages nur noch Espresso. Alles andere an Kaffee liess ich weg, weil für mich nicht (mehr) geniessbar. Das war meine grosse Veränderung in Sachen Kaffee. Bis 2004.

Wie meine Grosseltern Kaffee kochten

Wie meine Grosseltern Kaffee kochten

Meine Grosseltern waren einfache Leute und führten einen Bergbauernhof. Sie kochten ebenfalls Kaffee, den ich ab und zu mittrinken durfte, wenn ich da war. Ich liebte diesen Duft. Sie haben sicher keinen so edlen Bohnenkaffee gehabt, wie ich heute kaufen kann. Doch da war auf jeden Fall diese alte Kaffeemühle aus Holz, mit der Kaffee frisch gemahlen wurde. Ich liebte auch diesen Duft in der Nase zu haben, wenn sie auf dem alten Holzherd die Pfanne eingesetzt hatten, indem das frisch gemahlene Kaffeepulver mitsamt dem Wasser kochte. Nach einer bestimmten Zeit wurde dann das Ganze in eine grosse Kanne abgesiebt und getrunken. 

Und solchen Kaffee kannst du heute noch haben. Du kennst sicher die orientalische Kaffeekultur: Der türkische Mokka, der griechische oder ägyptische Kaffee. Er wird heute noch in diesen Messingkännchen gekocht: das Pulver und das Wasser zusammen. Eine Zeremonie, für die es Zeit braucht. Ich habe das erst sehr viele Jahre später kapiert. Dass diese Art der Zubereitung auch meine Grosseltern in den Bergen der Schweiz benutzten. Der Kaffee wird so viel schonender und bewusster zubereitet.

Ein feiner Kaffee – und Lebenslust entsteht

Heute geniesse ich, wie eingangs dieses Artikels erwähnt, den besten Kaffee zuhause. Mit der Betonung auf Genuss. Und ich weiss, dass ein guter Kaffee von vielen Faktoren abhängt: die Bohne, die Röstung, die Maschine und deren Unterhalt, die richtige Temparatur, das Wasser und die Pressung. Er kostet mich keine fünf Franken. Es lohnt sich, sich damit zu befassen. 

Ein guter Kaffee hat ein wunderbares Schäumchen, wie in meinem Bild. Er braucht weder Zucker noch Milch!

Er ist sich selbst genug. Ich kann diese schwarzen und braunen Brühen, die ich immer wieder bemerke nicht ansehen, weil mir dabei schlecht wird. Ich weiss auch, wenn du Milch oder Zucker in solchen Kaffee mischst, ist der Kaffee einfach zu schlecht! Lass den Kaffee dann doch besser weg, verzichte auf diese braune Brühe und spare dir die fünf Franken für etwas Besseres!

Mit diesen Brühen kannst du dir selber auf mehrere Art schaden: Erstens greift schlechter Kaffee dein Verdauungssystem an und „vergiftet“ dich. Zweitens übertüncht die Milch einfach den schlechten Geschmack des Kaffees und bestätigt einmal mehr das, was ich erlebe, wenn Milch in die Gerichte gemischt wird. Die Nahrungsmittel verlieren an Geschmack und im schlimmsten Fall weisst du nicht mehr, was du eigentlich isst oder eben drinkst. Und der dritte Punkt ist: Unser Körper produziert selber denjenigen Zucker, den er benötigt und auch verwerten kann. Mit künstlichem und raffiniertem Zucker schadest du dir nur noch mehr und es passiert wie bei der Milch: Der Geschmack des ursprünglichen „Getränks“ verschwindet. 

Frage / Fazit

Wieso sollst du ein solch schlechtes, braunes Kaffeegebräu zu dir nehmen, wenn du doch die besten Nahrungsmittel für die Vitalität deines Körpers, für die guten Gefühle deiner Seele und die guten Gedanken aus deinem Geist verdient hast?

Weniger ist mehr. Geniesse lieber einen wirklich guten Kaffee statt mehrere schlechte. Wenn schon Kaffee, dann wirklich guten Kaffee – MILCHfrei!


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Gertrud Keller

Koche gesund. Koche MILCHfrei

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