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Gesundheit im Rhytmus der Natur

Kein Zeitalter in der Menschheitsgeschichte scheint mir so ‚Zeit-kritisch‘ wie das heutige. Die Uhr tickt und die Zeit – sie ist per Funk sekundengenau eingestellt. Milli-, Mikro- und Nanosekunden entscheiden über technische Abläufe und Sieger im Sport. Es ist für den Verstand unbegreiflich. Die Mobilität verlangt genaue Zeitplanung von Beruf, privatem Leben und Urlaub, selbst in aussergewöhnlichen Lebenssituationen wie bei Erkrankung, Wechsel des Arbeitsplatzes oder Wohnortes. Wir versuchen durchgehend „funktionsfähig“ zu sein.

Im Gegenzug gibt uns die Natur andere Massstäbe vor. Tag und Nacht zu erleben ist eine Ur-Erfahrung des Menschen, gefolgt vom unausweichlichen Kreislauf der Jahreszeiten. In früheren Zeiten wurde die Existenz der Menschen durch Aussaat und Ernte, Ruhe und Aktivität, Heil und Unheil, kurz – von den Rhythmen der Natur vorgegeben. Viele Menschen erleben sich heute eingezwängt von der Übermacht der Uhren. Das Gespür für die natürlichen Rhythmen geht verloren, oder wir übergehen es. Wir nennen es die innere Uhr!

Die innere Uhr spiegelt sich wider im Körper, in den Gedanken und den Gefühlen. Die natürlichen Rhytmen und das Vertrauen in diese innere Uhr wiederzufinden ermöglicht es, zu einem natürlichen Lebensrhytmus im Alltag zurückzufinden. Es ist die beste Voraussetzung für Wohlbefinden, innere Ruhe, Gesundheit, Kreativität und Glück. Damit wird auch der Weg frei für einen heilen und gesunden Darm!

Lasse dich mit „Gesundheit im Rhythmus der Natur“ durch dieses Jahr begleiten. Inspiration und Vorschläge erwarten dich zu Stressabbau und Darmgesundheit. In folgenden sechs Themen bekommst du einen Überblick:

#1 Der Kampf gegen den eigenen Rhytmus

Wir sind gewohnt, unabhängig zu sein, es wird sogar erwartet. Doch wir sind tagaus, tagein durch unzählige, unsichtbare Fäden mit der Umwelt verbunden. Ohne diese Netzwerke wie Familie, Freunde und Kollegen, Verpflichtungen in Beruf und Freizeit, Hobbys und Interessen, Träume und Pläne, könnten wir nicht existieren. Für den einen oder anderen haben sich diese Verbindungen in den letzten Monaten dramatisch gewandelt. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft bis tief hinein in die Familie hat besorgniserregende Ausmasse angenommen und wirkt äusserst belastend. Es ist gegen den eigenen Rhytmus! In Krisenzeiten wird alles enger. Ich nenne es manchmal „ausgedrückt wie eine Zitrone.“ Und – hinzu kommen die Einflüsse der Natur und ihrer Rhytmen.

#2 Die soziale Uhr: ständiger „Jetlag“

Das naturgegebene Wechselspiel von Schlafen und Wachsein, von Anspannung und Entspannung, von Essen und Fasten wird in den Hintergrund gedrängt, indem die Nacht zum Tag und der Tag zur Nacht wird zum Beispiel. Schichtarbeit, künstliche Beleuchtung, langes Fernsehen am Abend, die ständige Erreichbarkeit durch Internet und Telefone, regelmässige Kneipen- und Disconächte, Fernreisen per Flugzeug: Wir passen unsere Ruhe- und Wachzeiten nicht mehr dem Rhytmus von hell und dunkel an. Wir reiben uns auf, wenn der Körper Erholung bräuchte, und verschlafen die beste Aktivitätszeit des Tages. Wir essen, obwohl wir gar keinen Hunger haben oder ohne uns Zeit zum bewussten Geniessen zu nehmen. All das ermöglicht die Kluft zwischen innerer und äusserer Uhr und verstärkt sie, so dass wir, ähnlich wie nach einer langen Flugreise, in eine Art Dauer-Jetlag geraten.

#3 Zahlreiche Beschwerden

Wir sind einzigartige Wesen. Und ausserordentlich fähig, uns an die Umwelt anzupassen. Diese Anpassungsfähigkeit wird durch die Lebensweise oft überstrapaziert. Die Folgen sind Schlafstörungen, Verspannungen, Herz-Kreislauf-Probleme und Stoffwechselstörungen. Auf der geistigen Ebene sind es eine missliche Laune, Stimmungsschwankungen, Unkonzentriertheit, Mattigkeit und Müdigkeit. Wir werden allgemein krankheitsanfälliger und weniger leistungsfähig. Wir haben keine Chance, uns dem natürlichen Wechsel von Ruhe und Aktivität zu entziehen. Um gesund zu bleiben, ist es wichtig, immer wieder in seine persönliche Mitte, zur Harmonie mit sich und der Umwelt zu gelangen.

Ein Stress unserer Zivilisation wirkt sich insbesondere bei der Zeitumstellung von Sommer- zu Winterzeit und umgekehrt aus. Es hilft dann, sich über ein paar Tage im Voraus anzupassen, indem du die Zeiten fürs Zubettgehen, Aufstehen und Mahlzeiten allmählich vor beziehungsweise zurücklegst.

#4 Hormone und Nerven steuern den Rhytmus

Der Körper reagiert auf wärmendes Sonnenlicht oder Kälte, Tag oder Nacht, Stress oder Zufriedenheit im Berufsalltag und Privatleben. Unsere Hormone und das Nervensystem versuchen, Aktivitäten und Erholung so zu regulieren, dass wir leistungsfähig bleiben. Es ist ein überaus komplexes System von Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Nervensystem, Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Nebennieren, Schilddrüse, inneren Organen und Geweben. Im gesamten System werden ständig Mängel ausgeglichen oder ein Zuviel abgebaut. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Das zeigt sich hier deutlich: Stimmungen und Gefühle bewirken hormonelle Veränderungen, diese wiederum haben Auswirkungen auf die Seele …

#5 Unsere Nahrung: oft nicht „zeitgemäss“

Im Verlauf des Tages essen wir oft in Hektik oder nebenbei, ausserdem zu ungünstigen Zeiten oder das Falsche für die Tageszeit. Aber wir stellen nicht nur oft den natürlichen Tagesrhytmus auf den Kopf, sondern sogar den längeren Rhytmus der Jahreszeiten. Dafür ist es nicht notwendig, wochenlange Fernreisen anzutreten, es „reicht“ oft schon die Nahrungsauswahl. Die Jahreszeit regulierte in früheren Zeiten, was es zu essen gab: Sprossengemüse im Frühling, zarte Blätter, Wurzeln und Beeren im Frühsommer, saftiges Fruchtgemüse und Obst im Hochsommer und frühen Herbst. Für den Winter blieb, was sich lagern liess oder winterhart war, wie Getreide, Äpfel, Kohl und Rüben. Heute hat sich das dramatisch verändert: Erdbeeren gibt es sogar im Dezember, Äpfel im März, Tomaten das ganze Jahr über. Der Anbau in südlichen Breiten und in den riesigen, mit Plastik überzogenen Landschaften in Südeuropa sowie ein ausgeklügeltes Transportsystem ermöglichen es. Zudem haben Fastfood und Fertiggerichte, Konserven und Snacks bei uns Hochkonjunktur.

Achten wir nicht mehr auf frische, regionale und saisonale Waren, verzichten wir auf die sinnlichen Aromen und Düfte reif geernteter Naturprodukte, einen gesunden Gehalt an Vitaminen sowie den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen. Stattdessen nehmen wir eine hohe Belastung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln und Düngemitteln in Kauf, eine negative Ökobilanz durch die langen Transportwege, die aufwändige Produktion und fehlende Unterstützung für die heimischen Produzenten. Was ist das denn für ein herrlicher Genuss, im Frühsommer die erste, tiefrote Erdbeere im Munde zergehen zu lassen und im Spätsommer bis Spätherbst in einen frisch gepflückten, saftigen Apfel zu beissen? Doch wir hören nicht mehr darauf, was der Körper verlangt und was die Natur uns im Moment zu bieten hat. Stattdessen orientieren wir uns eher an dem, was die Werbung und regelrechte Gesundheitsmoden uns diktieren.

#6 Mit den Jahreszeiten leben: den natürlichen Rhytmus finden

Der Himmel bestimmt mit dem Lauf der Gestirne, vor allem von Sonne und Mond, Lauf und Ordnung der Zeit – eine göttliche Dimension des Daseins. Schon die alten Ärzte fanden heraus, dass auch die Energien des Menschen innerhalb von 24 Stunden einem Rhythmus unterliegen. Gesundheit bedeutete, im Einklang mit diesem zu leben. Das Gesundheitsmodell Polarity sieht das Energiesystem des Menschen wie ein Netzwerk zwischen innen und aussen, oben und unten, hinten und vorne, rechts und links. Von den beiden Polaritäten Himmel und Erde bekommt der Mensch seine Lebenskraft, welche die alten Ärzte Qi nannten. Diese Lebensenergie wird gespeist aus allem was wir aus der Umwelt aufnehmen: Jeglicher „Input“ wird als materielle oder geistig-seelische Nahrung verarbeitet oder als überflüssig wieder ausgeschieden. Das System des Menschen gewinnt äusserst effektiv Energie, selbst denaturierte Verpflegung wie Fastfood oder sogar völlig körperfremde, künstlich hergestellte Substanzen verwertet es meist erstaunlich lange, geduldig und problemlos. Das Qi sorgt dafür, dass der Mensch lebt, wächst und sich fortpflanzt. Nur bei einem harmonischen Lauf der Welt seien die Gesellschaft und der einzelne Mensch gesund. In diesem Blickwinkel werden Nahrungsmittel sowie geistige und gefühlsmässige Kost gleichermassen verarbeitet. Da verdirbt eine negative Nachricht ebenso den Appetit, wie ein verdorbener Nudelsalat. Umgekehrt führen Freude und heitere Erlebnisse oftmals zur Besserung von Beschwerden …


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Wie aber den engen Bezug zu den Rhytmen des Lebens, zu Glück und Gesundheit wieder mehr folgen und herstellen? Wie mit den Jahreszeiten leben? Wie Schwankungen im Wohlbefinden im Jahreskreislauf verstehen und in den Griff bekommen? Wie werden Nahrungsmittel zu LEBENS-Mittel?

Diese und weitere Fragen beantworte ich in meinen monatlichen Newslettern durch dieses Jahr. Damit du eine Idee bekommst, was du davon hast und dich erwartet, stelle ich dir hier das Inhaltsverzeichnis des ersten Halbjahres vor (Änderungen vorbehalten):

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Gertrud von MILCHfrei kochen

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