Macht Milch müde Männer munter?

Willst du dein Immunsystem stärken, geht es darum, die Belastungen zu reduzieren. Und kaum eine Massnahme wirkt so entlastend auf das Immunsystem wie diese: keine Milch, kein Käse, kein Quark, kein Joghurt, keinen Kaffeerahm, nichts was mit Milch zubereitet wurde.

Wenigstens sechs Wochen lang. Und wenn es sich gelohnt hat, gleich noch mal sechs Wochen. Die einzige Ausnahme ist in der Regel die Butter

Ich persönlich brauchte genau einen milchfreien Tag für mein Experiment, um zu realisieren, was los war (lies dazu meine Story auf Über mich. Das ist aber nicht für alle so. In meiner Praxis schlage ich für ein Experiment stets mehrere Wochen – analog der sechs Wochen – vor. Und gemeint ist die Kuhmilch. In der Regel ist es nicht erforderlich, auch auf die Milchprodukte von anderen Tieren zu verzichten. 

Sucht auslösende Faktoren werden vom Betreffenden immer wieder „gesucht“, man denke an Zigaretten, Alkohol, Kaffee, Süssigkeiten, diverse Medikamente, obgleich ihre langfristig schwächende und schädigende Wirkung bekannt ist und sogar erlebt wird. 

Genau das Gleiche gilt für das Sucht auslösende Potential der Milch. Gemeint ist nicht der vielfach diskutierte Enzymmangel, welcher bei verschiedenen Menschen zusätzlich vorliegen kann. 

Anmerkung: Der Begriff „Sucht“ leitet sich nicht von „suchen“ ab, sondern von „siechen“, dem altdeutschen Wort für „krank“ oder „kringelnd“. Bekannt aus dem deutschen Begriff für Tuberkulose = Schwindsucht. Diese Krankheit liess die Menschen siechend dahinschwinden.

Sofern schon im Säuglingsalter Milch verarbreicht oder sogar sofort nach der Geburt mit Milch ernährt wird, entsteht eine teilweise Durchlässigkeit des kindlichen Darmes für Milcheiweisse. Der Darm kann nicht lernen, zwischen den Milcheiweissen der Muttermilch und den Kuhmilcheiweissen zu unterscheiden. 

Die Kuh ist dem Menschen genetisch recht nah verwandt, die Folge ist eine fatale Akzeptanz.

In der Folge treten komplexe Milcheiweisse über den Darm in das Blut ein, rufen dort das Immunsystem auf den Plan, wodurch der Blutdruck steigen kann, denn Fremdkörper müssen nun eliminiert werden. Die Folge ist, man fühlt sich fit, „der Mann wird vorübergehend munter“, und der Kick bleibt, bis die Wirkung wieder nachlässt, weil sich das Immunsystem und das vegetative Nervensystem wieder beruhigen dürfen. 

Die Folge ist: das Aufputschmittel wird erneut gesucht, der Kreislauf schliesst sich und eine Abhängigkeit entsteht. Nicht anders ist es im Prinzip mit Zucker, beim Alkohol und beim Koffein. Nur spielen dort nicht Eiweisse die zentrale Rolle wie bei der Milch. 

Anmerkung: Nach alter Lehrmeinung nimmt der Darm nur kleinste Eiweissbausteine (Aminosäuren) auf. Im kindlichen Darm gilt diese Regel jedoch nicht, da es in der Natur ökonomischer zu sein scheint, komplexere Eiweisse, Peptide genannt,aufzunehmen. Stammen diese Peptide von der eigenen Art, also von der Mutter für das Baby, besteht offenbar kein Risiko für das Immunsystem. Werden jedoch artfremde Peptide vom noch unreifen Darm in der Erwartung, sie wären von der eigenen Mutter verwechselt, werden sie aufgenommen und, je nach Eindringtiefe, erst in der Darmwand in den ‚Payerschen Plaques‚, in der Leber oder im Gesamtorganismus von den Lymphozyten als Fremdeiweiss erkannt. Die Folge sind Abwehrreaktionen, wie z.B. der Milchschorf als Ausscheidungsversuch über die Haut der „falschen“ Peptide. Oder Schleimhauterkrankungen wie die „ewige Rotznase“ beim Kind, ständiger Fliessschnupfen beim Erwachsenen, Asthma, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Crohn und auch Polypen im Rachenraum und Darm.  

Aus diesem Grund lohnt es sich, alle Milcheiweisse zu meiden. Käse ist verdichtetes Eiweiss, Quark ist ein Milcheiweisskonzentrat, 

Butter ist fast frei von Milcheiweiss, Ghee (ausgelassene Butter) enthält kein Eiweiss mehr. 

Die Wirkung von Milcheiweiss auf den Darm

Kommt der Darm über Jahre hinweg immer wieder mit Milcheiweiss in Verbindung, schwächt sich zwar die akute Reaktion ab, die Verbindungsstellen zwischen den Darmwandzellen jedoch werden undicht. Es kommt zu mikroskopischen Verletzungen in den Schleimhäuten, dem Leaky Gut Syndrome, und damit zum unkontrollierbaren Übertritt von Eiweissen auch aus anderen Quellen. Die Folge sind allergische Reaktionen aller Art.

Auf diesem Weg entstehen Allergien, als deren Auslöser die Milch nicht mehr erkannt werden kann. Milchallergien werden zwar in den letzten Jahren häufiger diagnostiziert, aber bei weitem nicht so oft wie Pollenallergien, Hausstauballergie, Tierhaarallergien und sonstige Nahrungsmittelallergien. 

Leaky Gut Syndrom: „Undichter Darm-Syndrom“ oder kurz „der undichte Darm“ genannt. Die permanente Entzündungsreaktion im Darm zerstört auf Dauer die Verbindungsstellen zwischen den Darmwandzellen (Enterozyten). Als Folge davon treten die Nahrungsbestandteile nicht mehr komplett durch den Darm als Aufnahme- und Kontrollorgan in das Blut ein, sondern auf kurzem Wege direkt in Blut und Lymphe über. 

Das ist der Grund, warum viele Allergien wie von selbst verschwinden, wenn Milchprodukte konsequent gemieden werden. Der Darm heilt wieder und kann seine zentrale Immunfunktion erfüllen. 

Herzlich, Gertrud Keller von MILCHfrei kochen 

Quelle: Sebastian Bartning: Milch ohne Mumm


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