Alternativen zu Kuhmilchrahm – überraschend – einfach – lecker

Einen Ersatz für Rahm zu finden, ist oft gar nicht so leicht – vor allem für Schlagrahm oder andickenden Rahm in Saucen. Ich habe für dich fünf Alternativen für Rahm zusammengestellt, die ich selber schon ausprobiert habe.

Kokosmilch

Kokosmilch

Fangen wir damit an, weil die Kokosmilch mich am meisten als Alternative überrascht hat. Kokosmilch kannst du für weitaus mehr Gerichte benutzen, als nur für asiatische Curry-Saucen! Diese Rahm-Alternative ist von Natur aus laktosefrei und somit eben sehr leicht verträglich. Ähnlich wie Rahm dickt auch Kokosmilch an, wenn du sie ein wenig erhitzt. 

Entgegen aller Annahmen ist naturbelassene Kokosmilch genauso wandelbar wie Rahm. Die Sauce schmeckt nämlich überraschenderweise nicht nach Kokos, sondern nach den Gewürzen, die du in die Sauce gegeben hast. Du kannst also deine gewohnten Rezepte kochen – nur eben mit einer Kuhmilch-freien Rahm-Alternative.

Im Gegensatz zu fettreduzierten Rahmprodukten, die oft durch einen höheren Zuckergehalt und anderen Beigaben sehr ungesund sind, überzeugt Kokosmilch auch durch gesunde Fettsäuren. Kokosmilch stabilisiert den Cholesterinspiegel und ist gut für die Schilddrüse. Das beste an diesem Rahm-Ersatz: Mit etwas Rahmhalter kannst du auch Kokosnussmilch perfekt aufschlagen und so als Rahm für Kuchen oder einen heissen Kakao im Winter benutzen. Beachte jedoch die Zutatenliste beim Rahmhalter, wenn du rasch allergisch reagierst.

Tipp: Bei uns gekaufte Kokosmilch in Tetrapacks ist meist mit Kuhmilchpulver und andere Zutaten vermischt, die das Produkt für Milchintolerante unverträglich macht. Lies dazu Kokosmilch – für tropischen Genuss!

Griechischer Yoghurt

Griechischer Yoghurt

Mit Griechischem Yoghurt hat mein Verdauungssystem in der Regel keine Probleme, weil: Griechischer Yoghurt hat von Natur aus weniger Fett, ist aber dennoch sehr cremig. Griechischer Joghurt schmeckt ähnlich wie Naturjoghurt, er ist jedoch milder, vollmundiger und cremiger. Zudem ist griechischer Joghurt dickflüssiger.

Weilst du in entsprechenden Ländern in den Ferien, wirst du ihn gar aus Schafsmilch hergestellt bekommen. Mir schmeckt dieser Yoghurt so noch besser und er ist sehr bekömmlich. Yummie…

Ich fragte mich lange Zeit, warum ich als absolute Lactose-Intolerante diesen Yoghurt in nicht zu grosser Menge vertrage und war überzeugt, dass es etwas mit dem Herstellungsprozess zu tun hat. Das Besondere am griechischen Yoghurt ist wirklich der Herstellungsprozess. Zur Herstellung von griechischem Joghurt werden nicht nur mehr Milchsäurebakterien (separater Artikel folgt) verwendet, es wird für dieselbe Menge an Joghurt ausserdem auch mehr Milch benötigt. Für einen Kilogramm griechischen Joghurt werden ganze vier Liter Milch benötigt, während bei Naturyoghurt zum Beispiel nur 1 Liter benötigt wird. Ausserdem tropft die griechische Version länger ab. Somit wird mehr Molke abgetrennt (darin befindet sich die ganze Lactose), weshalb er für Lactose-Intolerante verträglich wird. 

Wenn du ihn also auch verträgst, eignet er sich perfekt als Rahm-Ersatz. Durch die cremige Konsistenz musst du Saucen nicht noch zusätzlich andicken.

Wie bei Naturjoghurt üblich, nimmt er den Geschmack an, mit dem er in Berührung kommt. Griechischer Joghurt ist also eine hervorragende Basis für Saucen. Ein Nachteil ist jedoch, dass der Joghurt bei hohen Temperaturen sehr schnell ausflockt. Das sieht in Saucen nicht schön aus und kann zudem eine klumpige Konsistenz verursachen. Ein weiterer Nachteil ist, dass du griechischen Joghurt nicht aufschlagen kannst.

Cashew-Rahm

Cashew-Rahm

Diese Variante weist den gleichen oder sogar einen höheren Fettwert als Rahm aus. Und Fett in Nüssen kann vom Körper allgemein besser verwertet werden.

Cashew-Rahm machen, ist ganz einfach: Lasse dafür einfach Cashew-Kerne 12 Stunden lang in Wasser einweichen. Anschliessend nimm die Cashews aus dem Wasser und gib sie in den Küchenmixer. Nach ein paar Minuten sollte aus den Cashews eine cremige Sauce geworden sein.

Rahm aus Cashews ist gut für dein Herz und senkt nachweislich den Cholesterinspiegel. Du kannst diese Variante ideal für Gerichte benutzen, bei denen Rahm als Saucenbasis dient. Aufschlagen lässt sich Cashew-Rahm leider nicht. Du kannst den Rahm allerdings etwas länger mixen, sodass du eine etwas dickere Konsistenz bekommst.

Es gibt Menschen, die nur noch Cashewmus für warme Speisen benutzen, weil es ihnen sehr viel besser schmeckt als zum Beispiel Soya- oder Haferrahm. Es lässt sich lange lagern, ist günstiger als Fertigprodukte und es fällt kein Abfall an. Dabei wird einfach etwa 2 Teelöffel Mus in etwa 0,5 -1dl heisses Wasser gemischt und aufgelöst. Du musst etwas ausprobieren, um das richtige Verhältnis Wasser – Mus zu finden. Erst wirkt es total wässerig, doch es kocht leicht ein und wird dann schön sämig. Du kannst damit zum Beispiel eine Art Rahmsauce für Nudeln machen. Die gewünschten Zutaten andünsten, mit etwas Wasser ablöschen und das Mus dazugeben, kurz leicht köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und fertig. Das schmeckt sehr sahnig und leicht käsig. Ein anderes Beispiel ist, du machst damit Lauchgemüse, indem du etwas vom Kochwasser im Lauch lässt und dann ein bisschen Mus dazu gibst.

Tipp: Ein grosses Glas Cashewmus kaufen ist ziemlich teuer, ist aber sehr ergiebig und im Endeffekt günstiger als  gekauften pflanzlichen Rahm. 

Haferrahm

Haferrahm

Pflanzliche Rahm-Alternativen findest du im Handel fast ausschliesslich im Tetra-Pack. Was kann da näher liegen, als sie einfach selbst herzustellen, um die schlecht recycelbare Verpackung einzusparen. Und – Haferflocken haben die meisten bereits im Vorrat. 

Aus nur 4 Zutaten – Haferflocken, Wasser, Pflanzenöl und Salz – wird im Handumdrehen eine sämige Alternative, die sich genau wie Rahm aus Kuhmilch zum Kochen und Backen eignet.

Haferrahm selber machen:

Für 1 Liter Haferrahm benötigst du:

  • 100 gr Vollkorn-Haferflocken
  • 8 dl Wasser
  • 1 EL Pflanzenöl – Raps- oder Sonnenblumenöl. Für ein besonderes Aroma nimm zum Beispiel auch Nussöl Walnuss, Mandel oder Haselnuss.
  • 1 Prise jodfreies Salz

So wird der Haferrahm zubereitet:

Bringe 4 dl Wasser in einem Topf zum Kochen, gib die Haferflocken mit dem Salz in einen leistungsstarken Mixer, übergiesse sie mit dem kochenden Wasser und lasse das Ganze abkühlen. Dann das restliche Wasser dazugeben und 2 – 3 Min. mixen; dabei das Öl langsam hineinträufeln lassen. Den Mixer abschalten und das Ganze 5 – 10 Min. quellen lassen. 

Falls dein Mixer die Masse nicht sehr fein und klümpchenfrei pürieren konnte, mache folgendes: Stelle ein feinmaschiges Sieb auf einen Behälter und lege ein feuchtes Baumwolltuch in das Sieb. Dann füllst du die Masse ein, nimmst das Tuch an den Enden etwas hoch und drückst die Flüssigkeit ganz fest aus, bis sich jeder Tropfen des Haferrahm in dem Behälter befindet.

Wenn du ihn nicht gleich verbrauchen möchtest, fülle ihn am besten in ein sauberes Schraubglas oder eine kleine Flasche ab. Im Kühlschrank ist er etwa drei bis fünf Tage lang haltbar.

In der Küche kannst du den Haferrahm wie herkömmlichen Kuhmilch-Rahm zum Kochen und Backen und als Saucengrundlage verwenden. Er eignet sich ganz besonders zum Andicken herzhafter Eintöpfe und Saucen. Lediglich aufschlagen lässt sich Haferrahm nicht.

Tipp: Diese Alternative erscheint manchmal etwas schleimig. Dann hilft folgendes: Eiskaltes (Wasser mit Eiswürfeln) Wasser nehmem und nur ca. 30 Minuten mixen, dann ist sie nicht mehr schleimig.

Sojarahm oder -crème

Sojarahm

Soja-Crème kannst du in der warmen und kalten Küche einsetzen. Du kannst damit Rahmsaucen zubereiten und Suppen oder Saucen verfeinern. Ein Gutsch davon in den Risotto und er wird schön cremig.

Aber auch für die Zubereitung von feinen Desserts eignet sich Soja-Rahm sehr gut. Oder um damit Backwaren zu bestreichen, sie erhalten dadurch einen schönen Glanz – genau so, als hättest du sie mit Ei bestrichen.

Tipp: Beim Kauf von Sojarahm lohnt es sich darauf zu achten, dass er aus GMO-freien Sojabohnen hergestellt ist.

Gut zu wissen

Mehr zum Herstellungsprozess von Yoghurt hier: Die Herstellung von Yoghurt

Herzlich, Gertrud von MILCHfrei kochen


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